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Test mit Salzsäure


Der Test mit verdünnter Salzsäure (HCl) prüft, ob Kalziumkarbonat (CaCO3) vorhanden ist. Kalziumkarbonat schäumt beim Kontakt mit Salzsäure.

HCL auf Kalk
Der Klick aufs Bild zeigt eine kleine Animation.
Eine große Animation finden Sie hier.

Zum Umgang mit Salzsäure

Salzsäure ist ätzend, weshalb Sie umsichtig sein sollten. Wenn Sie Säure auf die Haut bekommen, spülen Sie sie mit kaltem Wasser ab. Jede Hektik ist dabei überflüssig, da Sie nur mit verdünnter Salzsäure hantieren. Die ist weder giftig noch übermäßig aggressiv, schließlich haben wir alle Salzsäure im Magen. Salzsäure ist sogar als Lebensmittelzusatz zugelassen (E 507). Viele frei verkäufliche Haushaltsreiniger oder die Schwefelsäure in Autobatterien sind wesentlich agressiver.

Zum Testen kann man sich eine praktische Pipettenflasche kaufen, die es für wenig Geld in jeder Apotheke gibt. (In der Animation oben benutze ich so eine Pipette.)
Alternativ gehen auch ausgediente Medizinfläschchen, aber Pipettenflaschen erscheinen mir besser, da man mit ihnen einen einzigen Tropfen exakt dort absetzen kann, wo man ihn braucht.

Pipettenflasche
Pipettenflasche
alternative Flaschen
ehemalige Medizinfläschchen

Immer ist eine eindeutige Beschriftung verpflichtend und niemals füllen Sie eine Säure in ein Gefäß, das auch für Lebensmittel benutzt wurde oder benutzt werden könnte. Auch nicht mit korrekter Beschriftung. Kinder lesen keine Etiketten, erkennen aber Flaschen, aus denen sie schon getrunken haben.

Tragen Sie beim Hantieren mit Salzsäure eine Schutzbrille.
Modelle, die wie eine Taucherbrille aussehen und hinten ein Gummiband haben, kann ich nicht empfehlen. Sehr viel besser sind Brillen wie diese hier, denn die sind angenehm zu tragen und passen auch noch über eine normale Brille. Es gibt sie unter anderem in Geschäften für Berufsbekleidung.

Schutzbrille
Schutzbrille

Salzsäure können Sie in einer Apotheke kaufen oder wesentlich preiswerter im Baustoffhandel. Dort wird sie literweise zum Entfernen von Zementschleiern verkauft. Die Säure aus dem Baustoffhandel hat eine Konzentration von etwa 25 %, was für unsere Zwecke zu stark ist. Für den Test auf Kalzit benötigen Sie ungefähr 10 %ige Salzsäure, damit es eine ausreichend kräftige Reaktion gibt. Gleichzeitig ist sie noch schwach genug, damit man beim Kleckern nicht in Panik ausbrechen muss. Um die 10 % zu erreichen, verdünnt man eine 25 %ige Lösung mit der gleichen Menge Wasser, was dann eine Konzentration von 12,5 % ergibt. Dazu noch einmal knapp die Hälfte dieses Volumens als Wasser zugegeben, dann hat man ungefähr 10 %ige Salzsäure.
Zum Verdünnen: Bei Salzsäure ist die Zugabe von Wasser unkritisch, da sie nicht hygroskopisch ist. Das gilt aber nicht für andere Säuren wie z. B. Schwefelsäure. Die darf nur nach der Regel „Erst das Wasser, dann die Säure“ verdünnt werden.

Wenn genügend Kalzit vorhanden ist, verbraucht sich die Salzsäure bei der Reaktion mit Kalzit vollständig. Übrig bleibt dann nur eine stark salzige, wässrige Lösung von Kalziumchlorid. Auch die verdünnte Salzsäure ist extrem salzig - daher ihr Name.

Reaktion mit Dolomit CaMg[CO3]2

Der Begriff „Dolomit“ wird ebenso für das Mineral benutzt wie für das daraus bestehende Dolomitgestein. Es unterscheidet sich von Kalk durch seine schwache Reaktion mit Salzsäure, denn auf Dolomit ruft ein Tropfen Salzsäure nur eine ganz leichte Bläschenbildung hervor, die man leicht übersehen kann. Ich rate dazu, den Tropfen mit der Lupe genau zu betrachten.

Salzäure auf Dolomit - hydrochlorid acid with dolomite
Salzsäure schäumt auf Dolomit nur ganz schwach.
Ein Klick aufs Bild öffnet eine Animation (24 MB).