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Orbiculit aus Hohensaaten


Orbiculite sind selten.
Wer so ein Gestein findet, hat wirklich Glück. Viele suchen danach, aber nur wenige bekommen jemals einen zu Gesicht, denn ihre Vorkommen sind immer klein. Oft messen sie nur einige Dutzend Meter, selten sind sie größer als 100 Meter. Deshalb sind diese Gesteine rar und selbst innerhalb Skandinaviens ist die Herkunft solcher Geschiebe oft unklar.

Findet man ein Kugelgestein als Glazialgeschiebe in Deutschland, ist es müßig, über seine Herkunft zu spekulieren. Da wir nur einen ganz kleinen Teil aller Vorkommen kennen, können wir nicht sinnvoll vergleichen. Sicher ist nur, dass solche Geschiebe aus Skandinavien oder der nördlichen Ostsee stammen. Schöne Gesteine sind sie allemal.

Orbculit

Orbiculitgeschiebe, gefunden von Marc Torbohm im April 2018 in der Kiesgrube Hohensaaten an der Oder.

Dieses Kugelgestein ist mit seiner schwarz-weißen Zeichnung ein typischer Vertreter. Seine Grundmasse ist granitisch, enthält also Quarz, Alkalifeldspat und Plagioklas. Die Orbicule dagegen sind weitgehend quarzfrei und entsprechen eher einem Syenit. Die dunklen Minerale sind überwiegend Amphibol und etwas Biotit.

Die Größe ist bei solchen Funden wichtig. Ist der Stein zu klein, hat man nur wenige Orbicule, während zu große Funde kaum zu transportieren sind.
Dieser hier ist mit einem Gewicht von etwa 60 kg ideal, denn man kann ihn noch gut bewegen und er ist groß genug, um ein schönes Gefüge zu zeigen.

Die folgende Bilderserie zeigt Nahaufnahmen, die meisten mit nasser Oberfläche aufgenommen.

Bilderstrecke


Seit September 2018 ist dieser Orbiculit für einige Zeit im Mineralogischen Museum in Hamburg zu sehen. Das Museum ist Mittwochs und Sonntags geöffnet, der Eintritt ist frei.

im Museum Hamburg

Der Tisch neben der Vitrine ist ebenfalls ein Kugelgestein. Er stammt aus dem berühmten Vorkommen von Kuru, nördlich von Tampere in Finnland.

Das Bild an der Wand ist dieses hier:

Wandbild


Zu Hohensaaten: Kugelgesteine kann man grundsätzlich überall finden. Es ist wenig sinnvoll, nach Hohensaaten zu fahren und dort alles umzudrehen, denn da liegt definitiv kein zweiter. Lesesteinhaufen und jede beliebige Kiesgrube, in der es Geschiebe gibt, sind ebenso geeignet.
Wenn Sie eine Kiesgrube betreten wollen, müssen Sie vorher um Erlaubnis fragen.


Bilder speichern: Wenn Sie die Orbiculitbilder (einschließlich der Bilderstrecke) speichern wollen, bekommen Sie die in einer zip-Datei:
Bilder vom Orbiculit aus Hohensaaten.

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Alle Fotos stehen unter der Lizenz CC-BY-SA-3.0. Sie dürfen sie frei verwenden, müssen aber „kristallin.de“ als Quelle angeben. Wenn Sie die Bilder Dritten zugänglich machen, muss dies kostenlos geschehen und unter der gleichen Lizenz.

 

Literatur:

Lahti, Seppo I (ed.) 2005: Orbicular rocks in Finland
Geological Survey of Finland, 177 pages, 195 figures and 16 tables

Lindh, Anders - Näsström, Helena: Crystallization of orbicular rocks exemplified by the Slättemossa occurrence, southeastern Sweden
Geol. Mag. 143 (5), 2006, pp. 713–722. 2006 Cambridge University Press

Meyer, Hans-Peter: Zur Petrologie von Orbiculiten. Dissertation, Universität Karlsruhe 1989

Die Umrisskarte im Wandbild der Ausstellung basiert auf der Deutschlandkarte aus Wikipedia (gemeinfrei).

 

Matthias Bräunlich