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Teil 2
 
 
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Mendes Probe von Söderharu.
 
Probe von Fritz Mende, 1924, Söderharu.
Breite etwa 15 cm. Die Probe stammt aus dem Naturkundemuseum in Leipzig.
 
Die gelblichen Minerale sind weitgehend umgewandelter Plagioklas.
Zum Teil sind in den inneren Teilen noch Reste vom ursprünglich rotbraunen Plagioklas erhalten.
Der Alkalifeldspat findet sich auch hier in großen Einzelkristallen und vielen kleineren, die oft als Karlsbader Zwillinge auftreten.
Die Quarze (2. Generation) sind grau bis bräunlich, dazu kommen die Blauquarze der 1. Generation.
Das Gestein führt tiefschwarzen Biotit.
 
Detail von Mendes Probe aus Söderharu.
 
Zu dieser Probe aus dem Anstehenden hat Jan Kottner aus Berlin in der Kiesgrube Teschendorf ein genau gleich aussehendes Geschiebe vom Kökar-Rapakiwi gefunden. Darin ist nicht nur exakt dieser gelbgrau alterierte Plagioklas enthalten - auch die anderen Gefügebestandteile gleichen sich aufs Haar.
 
Geschiebe aus Teschendorf von Jan Kottner
 
Die Breite des fast würfelförmigen Kristalls beträgt 2 cm.
 
 
Norrharu:
Norrharu ist eine kleine Schäre westlich der Insel Kökar und knapp nördlich der Schärer Söderharu. Es handelt sich um den nördlichsten Aufschluß im Kökar-Rapakiwi.
Die Probe, die das nächste Bild zeigt, ist die einzige mir bekannte von dort.
Auch diese Probe stammt aus der Sammlung des Naturkundemuseums in Leipzig und wurde von Fritz Mende bei seiner Exkursion 1924 gewonnen.
An dieser Stelle sei Herrn Baudenbacher in Leipzig für seine Unterstützung gedankt. Ohne ihn wären diese Bilder nicht möglich gewesen.
 
Probe von Norrharu, F.Mende legit.
 
Auch hier ein Ausschnitt.
Die Probe von Norrharu ist weniger stark porphyrisch und sie enthält weniger Blauquarz. Die Farben der Quarze reichen über schwarz und grau bis milchigtrübe.
Auch der Anteil der Karlsbader Zwillinge ist geringer.
 
Norrharu Ausschnitt
 
Zum Abschluß noch ein Geschiebe, das einfach perfekt das Gefüge aus dem Anstehenden aufweist.
Es liegt am Strand südlich von Saßnitz auf Rügen.
Die Breite des Ausschnitts ist etwa 30 cm.
 
Kökar-Rapakiw als Geschiebe auf Rügen.
 
 
Der Rapakiwi von Kökar ist bereits in den dreißiger Jahren unter dem Namen "Hindenburg-Granit" bekannt geworden. Hintergrund war die Verwendung eines Großen Findlings aus dem Samland (Ostpreußen) in der damaligen Gedenkstätte Tannenberg beim Begräbnis von Hindenburg.
Den dazu erschienene Artikel in der "Zeitschrift für Geschiebeforschung und Flachlandsgeologie" von 1936 habe ich bei den historischen Texten zur Verfügung gestellt.
Den Text ist unkommentiert und ungekürzt, damit sich jeder selbst eine Meinung bilden kann.
In meinen Augen handelt es sich um ein interessantes Dokument seiner Zeit. Es geht neben Politik auch um ganz praktische Probleme und interessante Details.
 
Zuletzt noch ein Hinweis zur Aussprache.
"Kökar" wird im Schwedischen "Chökar" (mit Betonung des "ö") gesprochen.