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Quarzporphyre von Åland

1. Einleitung + Zusammenfassung
2. Ausführliche Beschreibung
3. Bildergalerie, Karten und Leitgeschiebe
   

Bildergalerie:


Wenn Ihnen die Bilder zu klein sind, gibt es eine große Variante.
(Bildergalerie speichern? Hier ist die kleine Variante und hier die große Variante)

Die abgebildeten Porphyre kommen aus zwei Gebieten: Eines liegt südlich der Hauptinsel, das andere im Westen von Åland.

 

Über die Porphyre im Westen ist noch wenig bekannt. Die finnische Kartierung weist dort ein großes Gebiet mit "quarzporphyrischem Rapakiwi" aus, aber wie der genau aussieht, ist noch offen. Zur Zeit ( 2013) haben wir erst Proben von zwei der Inseln. Die eine ist "Tödding", die andere ist eine namenlose kleine Insel direkt vor der Küste bei Brevik. In der Bildergalerie sind das die Bilder
ab Nr. 121.
(Alle gezeigten Gesteine stammen von Åland. Die Handstücke befinden sich im Natuurmuseum in Nimwegen (Nijmegen), Niederlande.)

Åland-Quarzporphyre als Leitgeschiebe

Nicht alle diese Porphyre sind einmalig. Ähnliche Formen gibt es auf Rödö und auch in einem kleinen Vorkommen im Ragundagebiet (beides in Mittelschweden). Das ist nicht weiter überraschend, denn die Bildungsbedingungen sind in allen Rapakiwigebieten gleich: Schmelzbildung in der Unterkruste, bimodaler Magmatismus und magmatische Korrosion der Feldspäte und Quarze. Wenn die Entstehungsbedingungen ähnlich sind, bilden sich auch ähnlich aussehende Gesteine.

Problematische Gefügetypen: Davon gibt es zwei Gruppen: Die mit wenigen Einsprenglingen und solche mit gerundeten Kalifeldspäten.

1.) Rötlichbraune Porphyre mit nur mäßig vielen Quarzen und
wenigen Kalifeldspäten kommen auf Rödö und auf
Åland vor, damit ist die eindeutige Zuordnung zu einem Herkunftsgebiet nicht möglich. Einige Beispiele von Rödö-Quarzporphyren:
Rödö-Quarzporphyr, quarz porphyry from Rodo, Sweden
Auch auf Rödö gab es Magmenmischung, bei der Granitmagma Teile des mafischen Materials aufgenommen hat. Im Beispiel oberhalb ist unten rechts ein mafischer Xenolith enthalten. Dazu wieder korrodierte Quarze und einzelne Feldspäte.

Ein zweites Beispiel für einen Rödö-Quarzporphyr:
Rödö-Quarzporphyr, quarz porphyry from Rodo, Sweden
Ausschnitt daraus:
Rödö-Quarzporphyr, quarz porphyry from Rodo, Sweden

Ein Detail aus einem dritten Rödö-Porphyr:
Rödö-Quarzporphyr, quarz porphyry from Rodo, Sweden
Beachten Sie die Farbe der Quarze. Die Regel "Rödögesteine haben helle Quarze" gilt ganz offensichtlich nicht für diese Porphyre hier.

Das gemeinsames Merkmal dieser Rödö-Porphyre ist ihr nur mäßiger Gehalt an Einsprenglingen. Unterstellt man, daß es keine Rödö-Porphyre mit sehr vielen Einsprenglingen gibt (so etwas ist bisher von dort nicht bekannt), kann man die Einsprenglingsdichte zur Unterscheidung nutzen:

 Rötliche Quarzporphyre, die besonders viele Feldspäte und runde Quarze enthalten, sind Leitgeschiebe für Åland. Also Beispiele wie diese zwei hier:

Solche Gefüge kommen in nennenswerter Ausdehnung nur im Ålandpluton vor und wurden bis heute weder für Rödö noch für Nordingrå beschrieben.
Jedoch gibt es im Ragundagebiet einen kräftig roten Quarzporphyr, der ziemlich viele helle Kalifeldspäte enthält. Allerdings ist dessen Vorkommen wohl nur sehr klein, die Einzelheiten dazu müssen noch geklärt werden. (Deshalb jetzt kein Bild.)

Zu bedenken bleibt, daß überall in Norddeutschland Gesteine von Åland gefunden werden, der Anteil an Ragundageschieben dagegen wohl nur sehr niedrig ist.
Sofern also am Fundort eines Quarzporphyrgeschiebes (mit vielen Einsprenglingen) auch sonst Ålandgesteine vorhanden sind, spricht die statistische Wahrscheinlichkeit sehr dafür, daß dieser Porphyr von Åland stammt.

Die rötlichen bis rotbraunen Porphyre dagegen, die nur
wenige Feldspateinsprenglinge enthalten sind kaum für eine Herkunftsbestimmung geeignet - auch nicht mit den großen korrodierten Quarzen. Damit meine ich zum Beispiel Porphyre wie den folgenden (Bildergalerie Nr. 139-142).
Aland-Quarzporphyr, der NICHT als Leitgeschiebe geeignet ist

2.) Eine andere problematische Gruppe sind die Porphyre mit gerundeten Feldspäten.
Auch wenn die Quarzporphyre von Hammarudda zum Teil spektakulär aussehen, darf die Begeisterung nicht den Blick trüben. Es gibt Doppelgänger auf Rödö, insbesondere bei denen, die eine deutlich körnige Grundmasse haben und ganz besonders, wenn diese auch noch graphische Verwachsungen enthält. Solche Gesteine sind kaum auseinander zu halten.
Vergleich der Quarzporhyre von Aland und Rödö, Quartz porphyry from Aland and Rodo
Man kann sehen, daß die großen Quarze im Rödö-Gestein etwas heller sind als im Porphyr von Hammarudda. Es ist möglich, daß dieser Unterschied beide Herkunftsvorkommen trennt, aber das erfordert bei der Bestimmung große Sorgfalt und unbeschädigte (!) Quarze, um die Farben beurteilen zu können.
Solche Quarzporphyre aber mit einer sehr feinkörnigen Grundmasse können typisch für Åland sein. Die Rödö-Varianten haben wohl alle körnige Grundmassen mit graphischen Verwachsungen.

(Falls Sie diesen letzten Teil hier mit vielen Einschränkungen und einigem Zögern insgesamt ein wenig unscharf finden - ja. So ist es.
Ich kann nichts dafür, daß es in den beiden Vorkommen praktisch identische Gesteine gibt. Ich kann es auch nicht ändern, daß in einigen Büchern so getan wird, als seien alle diese Vorkommen klar und präzise unterscheidbar. Wer sich mit eigenen Augen im Anstehenden umsieht, wird mir zustimmen, daß einige dieser schönen Gesteine mehrfach in Skandinavien vorkommen. Nicht alles, was toll aussieht, ist auch ein Leitgeschiebe.)

Sichere Leitgeschiebe:

Es gibt etliche Åland-Quarzporphyre, die nach dem heutigen Kenntnisstand einzigartig sind und sonst nirgends vorkommen. Damit meine ich besonders die dunklen Formen, dazu die mit gelblichem Feldspat und vor allem Varianten mit milchigweißen, manchmal schwach blauen Quarzen. Letztere werden als "Typ Skeppsvik" bezeichnet.
Hier noch einmal Bilder dieser Gesteine:

Dunkler Quarzporphyr von Hammarudda:
Aland-Quarzporphyr, der als Leitgeschiebe geeignet ist

Åland-Quarzporphyre mit gelblich-sandfarbenen Alkalifeldspäten (3 Bilder):
Aland-Quarzporphyr, der als Leitgeschiebe geeignet ist
Aland-Quarzporphyr, der als Leitgeschiebe geeignet ist
Aland-Quarzporphyr, der als Leitgeschiebe geeignet ist

Dieser hier von Tödding ist ein besonders markanter.
Aland-Quarzporphyr, der als Leitgeschiebe geeignet ist

Und natürlich der Skeppsvik-Typ. Auch wenn dieser hier noch keine richtig blauen Quarze hat, gehört er zu dieser Gruppe. Mehr von diesem Typ in der Bildergalerie unter Nr. 122, 128 und 131)
Aland-Quarzporphyr, Typ Skeppsvik, anstehend
 

Alle Bilder zusammen finden Sie hier.