Dies ist die Druckansicht. Zur Normalansicht


Rapakiwis im Geschiebe: (Teil 1: Åland)

Es besteht ein Unterschied, ob man sich in einer Gesteinssammlung die polierten Proben anschaut oder ob man im Gelände vor Gesteinsbrocken steht, die nicht beschriftet und schmutzig sind.
Um das Erkennen (meiner Lieblingsgesteine) etwas leichter zu machen, kommen hier ein paar Bilder mit ungeschönten Originalen. Die folgenden Bilder zeigen ausschließlich Åland-Rapakiwis.
Dieser Granit ist weit verbreitet - trotz seiner langen "Anreise". Findling in Hamburg. Die runden Alkalifeldspäte sind gut zu erkennen.
Nahaufnahme mit Algen. Die Plagioklase verwittern schneller, daher vertiefen sich die Ringe. 

Unten: Nasses Geschiebe, Kiesgrube Schwissel, Schleswig-Holstein. Die Ovoide sind als Ganze angewittert und hell. Das Gestein zu erkennen ist keine Kunst. 

Unten: Ebenfalls in der Kiesgrube Schwissel.
Der Stein ist schmutzig und naß. Die Ovoide springen nicht mehr ins Auge, sind aber noch deutlich zu erkennen. Das Gestein ist deutlich brauner als oben. Der Farbton kann in weiten Grenzen schwanken, enthält aber immer Rot oder Braun. Das entscheidende Merkmal sind die Ovoide und die graphischen Verwachsungen in der Grundmasse. Für solche Geschiebe ist zur Bestimmung eine Flasche mit Wasser und eine gute Lupe unerläßlich.
 

Unten: Das ist schon schwerer. Eigentlich ist nur noch der rote Farbton und die Verteilung der dunklen Minerale ein Hinweis.

So ein Stück muß erst mal geputzt werden, vorausgesetzt, man hat es aufgehoben. Dann mit der Lupe die graphischen Verwachsungen in der Grundmasse suchen. Das sieht etwa so aus wie hier unten: Rötlich-hell ist der Kalifeldspat, dunkel die Quarze. 
Aland-typische graphische Verwachsungen


Unten: Findling in Windischleuba bei Altenburg / Thüringen. Der Brocken liegt am Rande einer Zufahrt zu einem Reifen- und Batteriehändler.
 
Die Oberfläche ist trocken und wurde in praller Sonne fotografiert. Das Gestein verrät sich nur an Hand der Ovoide (gerundete Feldspäte). Auf so einer Oberfläche kann man höchstens noch ein paar einzelne der größeren gerundeten Quarze finden, die fast immer da sind. Die graphischen Verwachsungen sieht man erst, wenn man ein Stück "abmacht". Das geht an so einer Stelle natürlich nicht, der Findling gehört zum Grundstück. 
 
Tagebau Zwenkau, südlich von Leipzig, Zufahrt von der Umgehungsstraße im Westen.
Links neben der Schranke liegt ein Åland-Rapakiwi.
 
Oberfläche dieses Steins. 
Stralsund: Am Eingang der Marienkirche.
Im unteren Bereich der Außenmauern sind diverse große Rapakiwiblöcke verbaut worden. Der Pfeil weist auf den, dessen Nahaufnahme hier unterhalb steht. Es gibt verschiedene Exemplare dort.
 
Die Ovoide sind nur bei genauem Hinsehen zu erkennen, da die Oberfläche trocken ist. Einige Feldspäte sind mit mehreren Zentimetern überraschend groß. Das ist in der Großaufnahme am besten zu sehen.