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 Haga-Granit und Mariehamn-Granit:

Ausnahmsweise sind hier zwei Beschreibungen zusammengefaßt.
Haga-Granit und Mariehamn-Granit stammen von der Hauptinsel Ålands.
In der Geschiebekunde werden beide gelegentlich zusammen genannt oder in eins gesetzt.
Ob das berechtigt ist, mag jeder selbst entscheiden.
 
Beide Gesteine gehören zur Gruppe der gleichkörnigen Rapakiwigranite.
Sie zeigen ein einheitliches, gleichmäßiges Gefüge, das hauptsächlich von Alkalifeldspat und Quarz gebildet wird. Es gibt keine oder nur ausnahmsweise mal einzelne Einsprenglinge.
 
Haga-Granit:
 
Das Gestein kommt aus dem Norden der Hauptinsel und ist nach der Siedlung Haga benannt.
Es ist von meist kräftig roter Farbe, wobei es wie üblich der Alkalifeldspat ist, der diese Farbe trägt. Die Quarze sind hell-milchig bis schwach rauchgrau und haben eine deutliche Tendenz zur Ausbildung ihrer Eigengestalt. Erkennbar ist das an den kantigen Umrissen.
Plagioklas tritt nur sehr untergeordnet auf und ist heller.
Das Gestein enthält nur wenig dunkle Minerale, in diesem Fall Biotit.
Die erste Probe stammt von einem Straßenaufschluß nördlich von Ödkarby, sie trägt auf der Karte die Nummer 36.

Haga Granit

 
Der Ausschnitt zeigt das charakteristische Gefüge:

 
Den Haga-Granit gibt es bei gleichem Gefüge auch in einer gelblichen Variante.
Die nächste Probe stammt vom Ort Kroklund (Ziffer 36). Auch sie besteht hauptsächlich aus Feldspat und Quarz. Dunkle Minerale sind nur wenig enthalten.
 
gelber Haga-Granit


In der Vergrößerung sind die hellen, teilweise rauchgrauen und kantigen Quarze schön zu erkennen.
Diesem Gestein sieht man seine Herkunft aus Åland nicht ohne weiteres an.

 
Eine weitere Stelle, an der diese gelbliche Variante vorkommt, fand ich nordwestlich von Haga an einer Ringstraße. Das Anstehende im Wald war aber ebenerdig flach und nicht zu beproben.
Insgesamt scheint der Haga-Granit von der roten Form dominiert zu sein. Diese findet sich auch als Nahgeschiebe im Südteil des Insel.
Auffällig ist die weitgehende Übereinstimmung einer sehr flachen Landschaft mit der Ausdehnung des Haga-Granits auf der geologischen Karte. Der Großteil des Anstehenden ist unter brettebenen Feldern verborgen. Möglicherweise verwittert dieses Gestein leichter als der benachbarte Rapakiwi, der in der Landschaft eine deutlich erhabene Stufe bildet.
 
 
Mariehamn-Granit:

 
Er kommt direkt aus der Hauptstadt Ålands.
Ich fand das Anstehende im westlichen Hafen, direkt neben dem Anleger der Fähren nach Turku / Åbo. Hinter einem kleinen Park ("Marieparken") erhebt sich ein großer Hügel, an dessen Rand früher ein Steinbruch betrieben wurde.
Der Hügel läßt auf hartes Gestein schließen und in der Tat:
Mariehamn-Granit erweist sich als ausgesprochen fest und zäh.
Makroskopisch ist das Gestein sehr feinkörnig, fast homogen. Die Farbe reicht von graurötlich bis blaßrötlich.
Das Gefüge besteht überwiegend aus einer einzigen graphischen Verwachsung von Alkalifeldspat und Quarz.
Im Gegensatz zum Haga-Granit zeigen hier die sehr viel kleineren Quarze die Åland-typischen Formen: rundlich-gebogen, teilweise blumig verzweigt.
Die Quarze sind so klein, daß man unbedingt eine Lupe benutzen sollte.
 
Mariehamn-Granit


Die Vergrößerung zeigt, daß das Gestein überwiegend aus rötlichbrauner Grundmasse besteht, die mit Mengen kleiner kommaförmiger Quarze durchzogen ist. Dazu kommen größere Quarze (bis etwa 3 mm) und einzelne, blasse Plagioklase.
Die dunklen Minerale sind in kleinen Putzen verteilt. Es handelt sich überwiegend um Biotit und Chlorit.

detail of mariehamn granite
 
Die zweite, mehr graue Form sehen Sie hier:
 

 
Die beiden Handstücke, die hier abgebildet sind, stammen aus der Sammlung von Frau von der Heide, Hamburg.
Sie kommen aus dem oben beschriebenen Steinbruch am Rande vom "Lotsberget", nördlich vom Stadtteil Västra Ytternäs.