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Rödö-Rapakiwi:
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Rödö (auch "Rödön") ist eine kleine Insel dicht vor der schwedischen Küste in der Bucht von Sundsvall.
Der Name bedeutet "rote Insel" und weist auf den dort anstehenden roten Granit hin. Dieser nimmt aber nur den südöstlichen Teil der Insel ein, der übrige Teil der Intrusion liegt unter Wasser. Auch diese Fläche ist nicht groß.
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Der Rapkiwi nimmt nur einen Teil dieser Fläche ein.
Der "Rest" ist Rödö-Granit, in teilweise porphyrischer Ausbildung sowie viele Gänge, unter anderem auch Quarzporphyre. Diese Gänge finden sich auch auf den Nachbarinseln.
Trotz des kleinen Herkunftsgebietes können diese Gesteine im Geschiebe gefunden werden. Sie sind allerdings nicht häufig.
 
Im Gegensatz zu den anderen schwedischen Rapakiwis sieht der von Rödö wie ein richtiger Rapakiwi aus: Rundliche Alkalifeldspäte mit Plagioklassaum, die in einer feinkörnigen Grundmasse sitzen. Der Plagioklas ist oft rot, was ihn wenig hervorstechen läßt.
Ein ganz besonderes Kennzeichen ist die Anwesenheit von Kalzit.
Im Gestein der Insel findet sich Kalziumkarbonat in kristalliner Form. Im Handstück fällt das aber nur auf, wenn man danach sucht. Es ist viel weicher als Quarz und meist recht hell bzw. weiß.
Hat man zwei leicht verschiedene helle Minerale in einem roten Rapakiwi, sollte man mit Salzsäure testen. Kalzit schäumt bei der Zugabe verdünnter Salzsäure.
Fällt dieser Test positiv aus, kann man sicher sein, einen der seltenen Rödö-Rapakiwis gefunden zu haben.
Leider ist nicht in jedem Stück, das von Rödö stammt, der Kalzit enthalten, so daß der Umkehrschluß ("Kein Kalzit, kein Rödö") nicht gilt.
Es gibt aber noch andere, sichere Hinweise, um die Verwechselung mit dem Åland-Rapakiwi auszuschließen. Da ist zum einen der rote Plagioklas. Den gibt es auf Åland nur sehr vereinzelt, dann ist aber das Gestein insgesamt nicht so schön ziegelrot.
Weiterhin sind die graphischen Verwachsungen in der Grundmasse deutlich verschieden. Während im Åland-Rapakiwi die gebogenen, länglich ausgeprägten Quarze ("Fische") typisch sind, zeigt der Rödö-Rapakiwi diese Formen nicht. Seine Quarze in der Grundmasse sind eher kantig, dazu generell heller.
Zuletzt findet sich im Rödö der Kalifeldspat oft gelblich zersetzt. Das gibt es auf Åland überhaupt nicht.
 
Unterhalb: Probe aus der Sammlung des BGR in Hannover, aus dem Anstehenden.
 
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Gleiches Gestein, anpolierter Schnitt. Bildbreite etwa 7 cm.
 
 
Ausschnitt unten:
Gerundete Quarze der ersten Generation links von der Bildmitte. Rechts kristalliner Kalzit als Zwickelfüllung.
Die überall in der Grundmasse enthaltenen graphische Verwachsungen (Quarz im Alkalifeldspat) erinnern in diesem Schnitt ein wenig an die Åland-Rapakiwis. In Ålandgesteinen kommt allerdings kein Kalzit vor.
 
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Das folgende Bild zeigt einen Rödö-Rapakiwi aus dem Geschiebe.
Den Stein fand ich auf Rügen, unweit von Saßnitz. Zuerst fiel mir das intensive Rot auf, danach die runden Feldspateinsprenglinge mit dem roten Rand.
 
Rödö-Rapakiwi aus Sassnitz
 
Der polierte Schnitt zeigt Details, die bei der Bestimmung der Herkunft eine Hilfe sind.
Die gerundeten Kalifeldspäte sind im Inneren gelblich zersetzt und von einem roten Plagioklasrand umgeben. Das gibt es in dieser Form nicht auf Åland.
Die kleinen Quarze in der Grundmasse sehen ebenfalls anders als auf Åland aus: eher eckig. Dazu das intensive Rot, das den gesamten Stein bestimmt.
Die Probe enthält leider keinen Kalzit. Das wäre perfekt gewesen.
 
 
 
Die folgende Probe (aus dem Anstehenden) wurde mir von Herrn A. P. Meyer aus Berlin zur Verfügung gestellt.
Hier sind die Plagioklasringe um die Alkalifeldspäte weniger deutlich, da deren Farbton ähnlich rot wie der Alkalifeldspat ist. Das Gestein ist frisch und fest.
 
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Ausschnitt:
 
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