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Särna-Tinguait:
Dieses Gestein ist eines der klassischen Leitgeschiebe. Sein Gefüge ist unverwechselbar und seine Herkunft ist auf ein kleines Gebiet im Nordwesten von Dalarna beschränkt.
Das Gestein ist nach dem Ort Särna benannt.
 
Der Tinguait (gesprochen wie geschrieben) ist ein Ganggestein. Er tritt zusammen mit dem Särnait beim Ort Särnaheden am "Siksjöberget" und "Ekorråsen" (beides Bergrücken) auf.
Ein Tinguait entspricht chemisch einem Nephelinsyenit. Als Vulkanit/Ganggestein trägt er jedoch eine eigene Bezeichnung.
Das Gestein enthält keinen Quarz, dafür neben Alkalifeldspat noch Nephelin und Cancrinit.
Letztere sind Feldspatvertreter (Foide), die sich nur in Gesteinen mit Quarzmangel bilden können.
Als ganz typisches und auffälliges Mineral finden wir schwarzgrünen Ägirin. Dieser Pyroxen entsteht nur bei Natriumüberschuß und bildet schlanke Nadeln, die sehr oft im Handstück zu sehen sind.
Außerdem finden sich helle, glasige Feldspäte und gelegentlich Kalzit.
 
Särna-Tinguait ist mit einem Alter von etwa 287 (+/- 14 Ma) Millionen Jahren ganz erheblich jünger als seine svekofennischen Wirtsgesteine.
 
Das Gestein verwittert leicht und bekommt dann eine gelblich-rostige Kruste. Zum Teil ist sie auf den Bildern zu sehen.
Särna-Tinguait ist nicht gerade häufig. Es gehört eine Portion Glück zum Finden.
Wenn man aber auf grünliche Porphyre achtet, wird man über kurz oder lang Erfolg haben.
 
Alle folgenden Bilder zeigen Geschiebe.
Zuerst ein kleines Stück aus der Kiesgrube in Groß Pampau (Schleswig-Holstein), das außer einigen kleinen Ägirinnadeln in grünlicher Grundmasse keine Auffälligkeiten zeigt.
Das weiße Mineral ist Kalzit.
 
Särna-Tinguait

Das untere Bild zeigt das gleiche Gestein, allerdings mit wesentlich mehr Ägirin, der dazu noch schön ausgebildet ist. 

Tinguait mit Ägirin

Das folgende, besonders schöne Stück stammt aus der Sammlung von Frau Figaj (Sprötze).
Es ist ein Nahgeschiebe aus Dalarna mit einem hohen Anteil an Feldspäten.

Särna-Tinguait

Unterhalb der Ausschnitt. Das schwarze Mineral ist Ägirin. 

Tinguait mit Ägirin

Das nächste Geschiebe zeigt einen frischen Bruch, auf dem im wesentlichen Ägirin und weißer Kalzit zu sehen ist.
Die Probe wurde mir von Frau Figaj aus Dalarna mitgebracht.
 

Tinguait mit Ägirin und Kalzit

Wenn man allerdings genau hinsieht, fallen kleine braunrote Kristalle auf (Pfeile).
Es handelt sich um Cancrinit, einen ziemlich seltenen Feldspatvertreter.
 

Cancrinit
 
Im Geschiebe unterhalb ist das Mineral Cancrinit besonders gut entwickelt. Es stammt aus der Nähe von Kaltenkirchen, nördlich von Hamburg. Leider ist das Stück recht klein, da das ursprüngliche Geschiebe im Brecher zerkleinert wurde.
 

Cancrinit ist das bräunliche Mineral.
Rechts am Rand ein Feldspat.