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Magnetit (Magneteisenerz) Fe3O4

Zusammen mit Hämatit ist Magnetit ein weltweit verbreitetes Eisenoxid. Es bildet große Eisenerzvorkommen und gehört zu unseren existenziellen Grundlagen. Ohne Eisenerze gibt es keinen Stahl, keine Werkzeuge, keine Fahrzeuge und keine Zivilisation, wie wir sie kennen.
Magnetit ist meist magmatischen Ursprungs, wird aber auch metamorph neu gebildet.
Er ist dunkelgrau, hat einen metallischen Glanz und bricht uneben-rau. Seine Dichte beträgt 5,2 und deshalb sind Gesteine mit viel Magnetit besonders schwer.
Magnetit ist stark ferromagnetisch, zieht also einen Magneten kräftig an. Andere ferromagnetische Minerale/Elemente wie Platin oder Nickel sind so selten, dass sie bei der Gesteinsbestimmung keine Rolle spielen. Ein in den üblichen Gesteinen vorkommendes grauschwarzes und metallisch glänzendes Mineral, das einen Magneten stark anzieht, ist praktisch immer Magnetit.
Magnetit hat außerdem einen Eigenmagnetismus, zieht also Eisen aktiv an. Diese Wirkung ist aber in der Regel zu schwach, um sie mit einfachen Hilfsmitteln (Büroklammer) festzustellen. Bisher jedenfalls ist mir im skandinavischen Geschiebe kein Magnetit begegnet, der eine wahrnehmbare Anziehung auf Eisen ausgeübt hätte.

Magnetit kristallisiert kubisch und bildet gelegentlich kleine Oktaeder (links). Meist jedoch kommt Magnetit als derbes Mineral vor. Das rechte Bild zeigt so ein magnetitreiches Erz. Es stammt vom Taberg in Südschweden.
Magnetit, idiomorphe Kristalle
Magnetiterz, Taberg, Schweden

Da viele dunkle Gesteine Magnetit enthalten, lohnt es sich, in diesen gezielt zu suchen. Besonders vielversprechend sind Gabbros, Diabase (Dolerite) oder Basalt. Am einfachsten benutzt man einen kleinen, kräftigen Neodymmagneten. Überall, wo er am Gestein kleben bleibt, steckt Magnetit. Je kleiner der Magnet, desto präziser fällt Ihre Suche aus. Wenn das Gestein ausreichend grobkörnig ist, finden Sie den grau-metallischen Magnetit direkt unter dem Magneten.
Magnetit in einem Dolerit
(Vergrößerung mit Magnet, ohne Beschriftung)

Magnetit ist ein robustes Mineral und übersteht auch die Verwitterung seines Ursprungsgesteins. Kleine Magnetitkörnchen werden an der See durch Wellenschlag gerundet und reichern sich lokal an Stränden an. Es bilden sich dunkle Sande, die man meist am oberen Ende eines Strandes findet. Oben deshalb, weil die schweren Minerale im Moment des Wasser-Rücklaufs schneller zu Boden sinken, als der leichte Quarzsand, der sich mit dem Wasser weiterbewegt. Eine solche Anreicherung von schweren Mineralen nennt man „Seife“.
Das Dunkle auf den folgenden Bildern ist kein Schmutz, sondern ein aus Schwermineralen bestehender Sand, der im wesentlichen aus Magnetit und Granat besteht.
Schwermineralseife

(Vergrößerung ohne Beschriftung)

Magnetit-Granatsand

Bereits die Färbung lässt erkennen, ob Magnetit überwiegt, denn dann ist der Sand fast schwarz. Enthält er viel Granat, dann ist der Sand eher rotbraun. Weitere Minerale sind Olivin (blassgrün bis gelblich), Chromdiopsid (smaragdgrün) und Ilmenit, der grau wie Magnetit ist, aber kaum auf einen Magneten reagiert. Es lohnt sich, diese dunklen Sande mit einer Lupe genauer anzusehen.

Magnetitreicher Sand

Magneit + Granat in Schwermineralsand

Den Magnetit aus diesem Sand kann man mit einem Magneten leicht abtrennen.
Allerdings sollten Sie den Magneten vorher in eine Plastiktüte stecken, denn sonst wird es sehr mühsam, ihn hinterher wieder zu säubern.
Unten: Auf einem Magneten ordnen sich die Körner entlang der Feldlinien.
MagnetitsandMagnetitsand

Wenn Sie genau hinsehen, sehen Sie auch einzelne Granate und helle Sandkörnchen. Diese Minerale werden nicht angezogen, sondern haften rein mechanisch an benachbarten Magnetitkörnchen.

Prüfen Sie auch helle Gesteine. Sie werden überrascht sein, wo Sie überall Magnetit finden. Beispielsweise in Quarzporphyren oder auch in Graniten.
Das Silberne ist jeweils ein kleiner Neodymmagnet, der an den senkrecht stehenden Schnittflächen haftet.
Magnetit in einem QuarzporphyrMagnetit in einem Granit (Ava-Granit)

 


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