Übersicht Südschweden Nordschweden Norwegen Finnland / Ostsee Rapakiwis
alle Themen Süd- und Westküste Dalarna Oslogebiet Bornholm Einleitung
Gesteinsliste Småland-Dalsland Nordschweden Finnland und Ostsee alle Rapakiwis
Bildergalerie Stockholm-Värmland Sonstige Åland Texte
Kontakt Metamorphite Bottensee

 
 
 
   
Nephelin-Syenit (Foyait):
 
 

Druckansicht
 
Ein Syenit ist ein Gestein, das hauptsächlich aus Alkalifeldspat besteht.
Wenn mehr als 10 % eines Feldspatv
ertreters enthalten sind, wird dieser in die Gesteinsbezeichnung aufgenommen: Nephelin-Syenit besteht also überwiegend aus Alkalifeldspat und einem nennenswerten Anteil an Nephelin.
Nephelin ist ein Feldspatvertreter, daher gibt es keinen Quarz in diesem Gestein.
Der Grund ist folgender:
Beim Abkühlen einer Gesteinsschmelze bilden sich nacheinander verschiedene Minerale in einer bestimmten Reihenfolge. Dabei werden verschiedene chemische Elemente in den Kristallen eingebaut. Wenn während der Feldspatbildung das Silizium in der Restschmelze zur Neige geht, können die normalen Feldspäte nicht mehr gebildet werden können. Ab diesem Punkt entstehen die Feldspatvertreter (Foide).
Gesteine mit Feldspatvertretern enthalten grundsätzlich keinen Quarz. Quarz ist ein Zeichen für Siliziumüberschuß. Wenn es Foide im Gestein gibt, herrscht aber Siliziummangel. Wäre noch Silizium vorhanden, so würden daraus zuerst Feldspäte gebildet, bevor sich freies SiO2 und daraus dann Quarz bilden könnte.
Nur wenn bis zum Ende der Feldspatbildung Silizium im Überschuß vorhanden ist, kommt es zur Bildung von Quarz (SiO2), der dann im Gestein sichtbar wird.
 
Im Oslograben steht der Nephelin-Syenit in der Gegend nördlich von Larvik an.
Das Gestein zeigt ein von hellen Alkalifeldspat
leisten dominiertes Gefüge, an dem es leicht zu erkennen ist. Diese Feldspäte sind idiomorph, erkennbar an den geraden Kanten. Die anderen, nachfolgend ausgeschiedenen Minerale mußten mit den Zwischenräumen auskommen.
Neben dem Alkalifeldspat fällt der Nephelin als graues Mineral in den Zwischenräumen auf. Er bricht uneben-rauh und kann bei flüchtigem Hinsehen mit Quarz verwechselt werden. Die Härte von Nephelin ist jedoch geringer als die von Quarz.
Als dunkle Minerale finden sich Biotit und Pyroxen.
Die erste Probe ist eine Nahgeschiebe aus Nevlunghavn, südwestlich von Larvik.
 
Nephelinsyenit aus Norwegen
 
Die Nahaufnahme unten zeigt die Bruchfläche einer Probe aus dem Anstehenden in Kvelde.

 
 
Dieses Gefüge ist beim flüchtigen Hinsehen dem mancher Diabase sehr ähnlich.
Es handelt sich aber um zwei grundverschiedene Gesteinstypen, die nicht verwechselt werden dürfen.
Diabase sind ganz anders zusammengesetzt. Sie stammen aus der Basaltgruppe, und enthalten überwiegend Plagioklas und sehr viel mehr dunkle Minerale. Oft findet sich in Diabasen das Mineral Magnetit, das mit einem kleinen Magneten leicht nachzuweisen ist, dazu noch gelblichgrüne Körner von Olivin. Außerdem ist die Dichte von Diabasen deutlich größer, die Steine sind oft auffällig schwer.
Diabase von Typ Åsby, die diesem Nephelin-Syenit äußerlich ähnlich sind, finden sich häufiger im Geschiebe als der Syenit aus Norwegen - abgesehen vielleicht vom nördlichen Dänemark, das dem norwegischen Liefergebiet dieser Gestein recht nahe ist.
 
Das Gestein zeigt eine typische Verwitterungskruste (unten). Die Kalifeldspatleisten sind am widerstandsfähigsten und stehen hervor.
Der Nephelin ist das Mineral mit der geringsten Widerstandskraft, er fehlt zuerst.
Angewitterte Oberfläche eine Nephelin-Syenits.