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Epidot  Ca2Al2(Fe,Al)(SiO4)3(OH)

Epidot ist ein gelbgrünes bis kräftig grünes Mineral, das wegen seiner intensiven Farbe auffällt. Es kommt in magmatischen ebenso wie in metamorphen Gesteinen vor und entsteht u. a. bei der Zersetzung von Plagioklas durch heiße Lösungen (Fluide). Bei diesem Vorgang werden verschiedene Minerale neu gebildet und innerhalb des Kristalls ausgeschieden. Der dabei auch entstehende Epidot ist grün und für die Verfärbung der Minerale verantwortlich. Vor allem kalziumreiche Plagioklase sind betroffen, weshalb die Grünfärbung immer im Inneren der Plagioklase beginnt. (Bei den Plagioklasen kristallisieren zuerst die kalziumreichen Formen, daher sind ihre Kerne kalziumreicher als die äußeren, später ausgeschiedenen Schichten.)
Genügend Zeit vorausgesetzt, ergreift die Alteration den gesamten Kristall, der Plagioklas vergrünt dann völlig. Im Gestein sieht das so aus:
Epidot in Plagioklaskristallen
Das erste Bild zeigt einen alterierten Granit mit vergrünten Plagioklasen. Die benachbarten hellgrauen Quarze und der fleischfarbene Alkalifeldspat werden dagegen von der Alteration nicht ergriffen und bleiben intakt. Die Grünfärbung ist deshalb eine gute Hilfe, um Feldspäte zu unterscheiden, denn betroffen sind immer nur Plagioklase.

Im Åland-Quarzporphyr (unten) ist nur der einzelne große Kristall grünlich.
vergrünter Plagioklas
(Vergrößerung ohne Beschriftung)
Warum sind die anderen, gelbbraunen Plagioklase im rechten unteren Teil des Bildes (weiße Pfeile) nicht betroffen? Das hat mit der Geschichte dieses Gesteins zu tun, denn der große Plagioklas gehört hier gar nicht hinein. Er stammt aus einem ganz anderen, plagioklasreichen dunklen Magma, das sich beim Aufstieg mit dem hellen Granitmagma vermischte. Dabei wurde das dunkle Magma weitgehend „verdaut“, übrig blieben nur Reste in Form isolierter, verstreuter Plagioklaskristalle. Der grüne Plagioklas im Quarzporphyr ist so ein „Xenokrist“, ein in diesem Gestein fremder Kristallrest.
Die gelbbraunen Plagioklase, die zum eigentlichen Granitmagma gehören, waren den für sie ungünstigen Bedingungen viel kürzer ausgesetzt als der eingemischte, große Plagioklas. Deshalb sind sie in einem frischeren Zustand.

Je nach den Umständen verbleibt der Epidot an Ort und Stelle oder er bewegt sich mit Fluiden im Gestein. Im zweiten Fall scheidet sich der Epidot in Rissen und auf Spalten im Gestein ab. Solche epidotgefüllten Risse findet man regelmäßig in tektonisch zerbrochenen Gesteinen.
Die beiden nächsten Bilder zeigen einen svekofennischen Gneis am Stadtrand von Naantali bei Turku/Åbo in Südfinnland. Der ganze Fels ist von Rissen durchzogen, die mit grünlichem Epidot gefüllt sind. Außerdem ist das Gestein entlang dieser Risse rötlich verfärbt, was immer ein deutlicher Hinweis auf Alteration ist. In diesem Gestein sind heiße Fluide zirkuliert und haben ihm schwer zugesetzt.
Epidaot auf Klüften
Der grüne Belag auf den Kluftflächen ist Epidot.

Mit grünlichem Epidot gefüllte Risse findet man nicht nur in so großer Ausbreitung wie oben, sondern auch in handlicher Größe bis hin zu winzigen Gängen. Siehe die beiden folgenden Bilder.
Epidotgang in einem Quarzporphyr
In diesem Quarzporphyr hat sich Epidot in Klüften abgeschieden. Der kleine Gang ist nicht einmal 1 mm breit.

Unten: Ein durch Gebirgsbildung zerbrochener Granit, in dem der Epidot als Zement fungiert und die Fragmente des Gesteins zusammenhält. Damit der Epidot so feine Risse füllen kann, muss es zirkulierende Flüssigkeit gegeben haben, die den Stofftransport übernommen hat.
Epidot als Zement

Ein durchgreifender Mineralumbau mit Bildung von Epidot kann auch an Ort und Stelle erfolgen, so dass der neu gebildete Epidot den Platz des zersetzten Kristalls einnimmt. Im folgenden Basalt wurden Plagioklaseinsprenglinge weitgehend durch kristallinen, grünlichen Epidot ersetzt.
Epidotbasaltepidote replacing plagioclase
Das Gestein gehört zu den permischen Magmatiten, die im Oslograben in großer Menge vorkommen. Diese Probe hier stammt vom westlichen Stadtrand Oslos.

Auch in Rapakiwis findet man hin und wieder schön auskristallisierten Epidot. Das linke Bild zeigt den Schnitt durch einen Åland-Rapakiwi, in dem Epidot in Form schlanker Kristalle in eine Druse hinein gewachsen ist.
Epidot in Aland-RapakiwiEpidot
Rechts ist ein Migmatit mit viel Epidot abgebildet. Der dicke Belag auf der linken Seite dürfte der Rest eines mit Epidot gefüllten Ganges sein.

 


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