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Titanit CaTiSiO5

Titanit ist ein akzessorisches Mineral und kommt immer nur in Spuren vor. Von Interesse ist es, weil seine Anwesenheit in magmatischen Gesteinen ein Hinweis auf die Herkunft des Magmas aus dem oberen Erdmantel ist. Granite, die Titanit enthalten, werden als I-Granite bezeichnet (von „igneous“ - glutflüssig, magmatisch) und unterscheiden sich grundlegend von S-Graniten mit ihrer sedimentären Vorgeschichte. In der Geschiebekunde wird Titanit außerdem zur genaueren Beschreibung von Leitgeschieben benutzt.
Titanit bildet kleine braune bis dunkelbraune Kristalle mit unebener, stark glänzender Bruchfläche und neigt zur Bildung schlanker und spitz-rhombenförmiger Kristalle. Die ersten beiden Bilder illustrieren das, auch wenn dieser Titanit nicht braun, sondern grün ist. Diese Farbvariante wird auch als „Sphen“ bezeichnet. Links die seitliche Ansicht, rechts die typische spitz-rhombische Form in der Draufsicht.
Sphen, grüner TitanitSphen - grüner Titanit

Kristalle, die so wie im rechten Bild aussehen, kann man in magmatischen Gesteinen ohne weiteres als Titanit ansprechen, wenn sie dunkelbraun bis honigfarben sind.

Neben den erwähnten Graniten kommt Titanit auch regelmäßig in Dioriten, Syeniten und Nephelinsyeniten vor. Dabei ist er immer braun in unterschiedlichen Tönungen. Wer sich mit der Bestimmung von Geschieben aus Skandinavien beschäftigt, wird bemerken, dass ein beträchtlicher Teil der Gesteine aus dem Oslograben (Südnorwegen) Titanit enthält. Das betrifft insbesondere Alkalifeldspatgranite (Ekerit), Alkalifeldspatsyenite (Nordmarkit), Syenite und auch nephelinführende Gesteine wie Larvikit und Lardalit. In diesen Gesteinen kann man bei gründlicher Suche schöne Titanitkristalle finden. Das folgende Bild zeigt einen zumindest teilweise idiomorphen Kristall.
Titanit in Larvikit

Unten: Zwei hellbraune Titanite ohne ausgeprägte Kristallform, ebenfalls in einem Larvikit.
Titanit

In magmatischen Gesteinen sind die Titanitkristalle fast immer kleiner als 1 mm und manchmal nur schwer zu entdecken. Vor allem dann, wenn der umgebende Feldspat dunkel ist oder der Titanit inmitten der dunklen Minerale steckt. In den nächsten beiden Beispielen fällt der braune Titanit schon deutlich weniger auf als oben im hellen Larvikit.
Titanit in einem Syenit
Die Spiegelung auf dem unteren Kristall stammt von einem Amphibolrest und gehört nicht zu dem braunen Titanit. (Wenn Sie die Vergrößerung ansehen, erkennen Sie auf der spiegelnden Spaltfläche auch die von links unten nach rechts oben verlaufenden Kanten der Spaltbarkeit. Dieser Amphibol ist natürlich zu klein, um noch Spaltwinkel zu erkennen, aber die für Amphibole typische gute Spaltbarkeit ist gut sichtbar. Einzelheiten dazu im Abschnitt über Amphibole.)

Das Bild oben zeigt einen Syenit, das hier unten einen Alkalifeldspatsyenit („Nordmarkit“). Beide stammen aus Südnorwegen und kommen als Geschiebe vor.
Titanit in Nordmarkit (Alkalifeldspatsyenit)
(Vergrößerung ohne Beschriftung)

Da Plutonite aus Norwegen eher zu den seltenen Geschieben gehören, zeige ich noch einige der viel häufigeren südschwedische Granite. Kinda-Granit ist einer der vielen titanitführenden Granite Südschwedens. Allerdings muss man genau hinsehen, denn oft steckt der Titanit mitten in den anderen dunklen Mineralen.
Titanite, Kinda-Granite
(Vergrößerung ohne Beschriftung)

Titanit in Flivik-Granit
(Vergrößerung ohne Beschriftung)

titanite
(Vergrößerung ohne Beschriftung)

Die typische, spitz-rhombische Form zeigen keineswegs alle Titanitkristalle. Man findet immer auch Exemplare, die ganz unregelmäßig aussehen. Als Titanit erkennt man sie dann nur an dem harzigen Glanz auf den braunen Bruchflächen. Im letzten Bild stecken zwei solche Titanite links vom großen Feldspat in der Bildmitte. (Rätan-Granit aus Jämtland in Schweden.)
Titanit in Rätan-Granit
(Vergrößerung ohne Beschriftung)

Selten findet man so große Exemplare:
Titanit

Manchmal kommt Titanit weißlich zersetzt vor (unten). Dann ist es allein seine Form, die auf das Mineral verweist, so wie hier in dem rötlichen Granit.
(Das Gestein ist geschnitten und poliert. Das violette Mineral in den Zwickeln ist Fluorit.)
zersetzter Titanit

 

 


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