Übersicht Südschweden Nordschweden Norwegen Finnland / Ostsee Rapakiwis
  alle Themen Süd- und Westküste Dalarna Oslogebiet Bornholm Einleitung
  Gesteinsliste Småland-Dalsland Nordschweden Finnland und Ostsee alle Rapakiwis
  Bildergalerie Stockholm-Värmland Sonstige Åland Texte
  Kontakt Metamorphite Bottensee


  Gesteinsbildende Minerale: Glimmer zurück nächste Seite
 

Dunkle gesteinsbildende Minerale

Als „dunkel“ oder auch „mafisch“ werden gesteinsbildende Minerale bezeichnet, die einen relevanten Anteil von Eisen und/oder Magnesium enthalten. Ihre tatsächliche Farbe spielt dabei keine Rolle. Zwar sind die meisten dieser Minerale in der Tat dunkel bzw. schwarz, es gibt aber auch dunkle Minerale, die ausgesprochen hell aussehen.
Für eine einfache makroskopische Bestimmung von Gesteinen sind in erster Annäherung drei Minerale wichtig: Glimmer, Amphibole und Pyroxene. Hinter diesen Namen verbergen sich jeweils ganze Gruppen von Mineralen, die sich durch gemeinsame Merkmale auszeichnen.

Glimmer K{(Mg,Fe2+)3[(OH)2/AlSi3O10]}

Alle Glimmer sind Schichtsilikate. Ihre Kristallgitter sind schichtweise aufgebaut, woraus sich das wichtigste Kennzeichen aller Glimmer ergibt, nämlich ihre vorzügliche Spaltbarkeit in einer Ebene. Beim Glimmer lassen sich ohne Mühe lebhaft spiegelnde, biegsame Plättchen ablösen.
Der mit Abstand häufigste Glimmer ist Biotit, der meist tiefschwarz und gelegentlich dunkel bronzefarben aussieht.
Biotit, DunkelglimmerBiotit, Dunkelglimmer

Die Bilder zeigen mehrere typische Eigenschaften von Glimmer.

  • Es gibt nur eine Ebene, in der sich Spaltflächen bilden. Hier liegt sie oben.

  • Die glänzende Spaltfläche ist oft etwas wellig oder gebogen und nur in Ausnahmefällen genau eben.

  • Ein Glimmerkristall besteht aus vielen dünnen Schichten, die in der Seitenansicht unauffällig sind. Nur bei sehr genauem Hinsehen deuten sich die vielen dünnen Schichten an. Mit einer Nadel kann man biegsame Plättchen ablösen.

Da alle Glimmer weich sind, ist ein Kristall wie der im Bild oben auch an seiner senkrechten Vorderseite leicht ritzbar. Dann entsteht aber nur eine schmale Furche, allenfalls an deren Rand bilden sich winzige dünnen Glimmerplättchen. Erst wenn man beim Ritzen den Rand des Kristalls erreicht, lösen sich größere Glimmerschuppen.

In massigen Gesteinen sind die einzelnen Kristalle der Glimmer meist regellos und in alle Richtungen eingewachsen. Weil es nur eine Spaltbarkeit gibt, spiegeln die Biotite auch jeweils nur aus einer der drei möglichen Richtungen.
Glimmer
Deshalb glänzen immer nur einige Glimmer, während andere „falsch herum“ im Gestein stecken. Sie bestimmt man mit einer Ritzprobe, bei der kleine biegsame Glimmerschüppchen entstehen. Das muss unter der Lupe kontrolliert werden.

Biotit, Dunkelglimmer in einem Granit
(Vergrößerung ohne Beschriftung)

Wenn Glimmer ungehindert wachsen können, bilden sie sechseckige Prismen. Das Spaltstück hier unten stammt aus so einem idiomorphen Kristall.idiomorpher Biotit

Für die Gesteinsbestimmung im Gelände ist neben schwarzem Biotit auch der Hellglimmer Muskovit von Bedeutung. Muskovit glänzt silbrig, manchmal ist er leicht gelblich oder auch ganz farblos. Dünne Spaltplättchen von Muskovit sind völlig durchsichtig. Daher rührt auch sein Name: Muskovit = „Moskauer Glas“. Im rechten Bild sind die hauchdünnen Plättchen vor der Nadel erkennbar.
Muskovit, Moskauer Glas, GlimmerMuskovit, Moskauer Glas, Spaltplättchen

Muskovit ist deutlich seltener als Biotit. Er kommt allein und auch zusammen mit dem Dunkelglimmer vor, beispielsweise in Zwei-Glimmer-Graniten oder in Gneisen.
Muskovit ist ein Anzeiger für einen erhöhten Aluminiumgehalt. Gesteine, die Muskovit enthalten, sind in der Regel aus einem Ausgangsmaterial entstanden, das bereits ein Mal den Zyklus von Verwitterung und Sedimentation durchlaufen hatte. Viele Granite haben so eine Vorgeschichte. Ihre Schmelze stammte nicht aus dem Erdmantel, sondern entstand aus bereits vorhandenen Gesteinen oder Sedimenten, die im Zuge von Subduktion und Gebirgsbildung aufgeschmolzen wurden. Solche Granite werden wegen ihrer sedimentären Vorgeschichte als S-Granite bezeichnet. Muskovit ist ein sicherer und leicht zu erkennender Anzeiger für einen S-Granit.
Eine seltene Variante von Muskovit ist Fuchsit, der durch Chrom grün gefärbt wird.
Fuchsit, grüner Glimmer
 

Auch violetter Glimmer kommt hin und wieder vor. In ihm ist Lithium für die Färbung verantwortlich und er wird als Lepidolith bezeichnet.
Lepidolith, violetter Lithiumglimmer
Im Glazialgeschiebe Norddeutschlands gab es bisher einige vereinzelte Funde.

 

Nächste Seite: Amphibole (Hornblenden)

 

  Druckfassung (pdf)

Die Browseransicht speichern

Bilder benutzen   -   terms of use

  nach oben

Anfang

Übersicht