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Fjälskär-Rapakiwi:
 
Der Fjälskär-Rapakiwi stammt aus dem Schärengarten vor der finnischen Küste.
Etwa 50 Km südwestlich von Åbo/Turku liegt eine ringförmige Granitintrusion in der Ostsee. Die Insel im Zentrum heißt Fjälskär (oder auch Fjärdskär).
 
Die Proben, die ich hier vorstelle, stammen vom Nordteil der Insel Mossala.
Dort steht auf einer Landspitze ("Tännelsudd") der Rapakiwi-Granit an.
 
Karte der Intrusion
 
 
 
Der Fjälskär-Rapakiwi hat ein mittelkörniges Gefüge von insgesamt kräftig roter Farbe.
Beide Feldspäte sind daran beteiligt. Der Alkalifeldspat ist ziegelrot und fällt durch starke perthitische Entmischungen auf.
Der Plagioklas ist etwas dunkler, aber ebenfalls rot(braun).
 
Fjälskär Rapakiwi
 
 
Ein echter Hingucker sind die Blauqarze. Sie haben einen milchigblauen Kern, der nicht selten in sich nochmals zoniert ist.
Die Blauquarze gehören, wie so oft bei den Rapakiwis, der ersten Generation an.
Sie sind oft von einem Saum aus jüngerem, graubraunen Quarz umwachsen.
So viele Blauquarze mit so deutlichen Zonierungen sind mir in keinem anderen Gestein begegnet.
In den Bildern unterhalb sehen Sie Vergrößerungen davon.
 
Detail vom Fjälskär -Rapakiwi
 
   
Die Blauquarze sind mit maximal 5 mm nicht groß.
Eine Verwechselung mit dem Kökar-Rapakiwi, der ebenfalls zonierte Blauquarze enthält, erscheint mir kaum möglich. Die Kökarproben sind entschieden grobkörniger (Feldspäte bis 5 cm), sehr viel stärker porphyrisch und eher fleischfarben.

 
Beim nächsten Bild beginne ich mit der Nahaufnahme.
Das Gestein stammt als Nahgeschiebe vom Ufer der Landspitze.
Die Ähnlichkeit mit der ersten Probe ist auffällig, das Rot ist insgesamt noch kräftiger.
 
Fjärdskjär Rapakivi
 
 
 
Sehr wahrscheinlich stammt diese Probe aus dem weiter nördlich gelegenen zentralen Teil der Intrusion. Ich habe das Geschiebestück mit dem Anstehenden, auf dem es lag, verglichen und keinerlei Zweifel über die Herkunft.
Diese zweite Probe habe ich ausgewählt, weil sie etwas dunkler und geringfügig grobkörniger war.
Andere Nahgeschiebe dort glichen dem Anstehehenden am Ufer aufs Haar.
Proben von den zentralen Inseln habe ich leider nicht gewinnen können.

 

Unterhalb die zweite Probe im Ganzen (polierter Schnitt).
 
Fjärdskär
 
 
In der Literatur wird als Besonderheit erwähnt, daß dieser Rapakiwi zwei Glimmer führt: Biotit und Muskovit. In meinen Proben ist makroskopisch nur Biotit enthalten.
 
Hier noch ein Eindruck von der Landschaft.
Das erste Bild zeigt den anstehenden Rapakiwi auf der Landspitze "Tännelsudd", Blick nach Norden auf die Insel "Tännelsören".
Im Vordergrund der anstehende, vom Eis abgeschliffene Granit. Ganz rechts eine Abrißkante.
Die Gletscherbewegung verlief also von hinten links nach vorn rechts.
Das zweite Bild zeigt den Uferbereich an der gleichen Stelle.
 
auf Tännelsudd
 
 
 
 
Anmerkung zu den Namen:
Die Namen sind schwedisch, weil an der Küste neben finnisch auch schwedisch gesprochen wird.
 
Fjäll - Berg, Gebirge (oder auch "Schuppe")
Fjärd - Bucht, Förde
Skär - Schäre, Klippe (ohne Bewuchs, Inseln mit Bäumen drauf heißen "Holm")
 
Fjälskär (mit nur einem "l" geschrieben) scheint ebenso gebräuchlich wie Fjärdskär.