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Åland-Quarzporphyr von Hammarudda:
 

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Im Südwesten der Hauptinsel von Åland gibt es eine flache Landzunge, die aus deutlich härterem Gestein als die Umgebung besteht.
Sie heißt Hammarudda ("steinige Landzunge") und ist, vermutlich zum Leidwesen der Anwohner, ein beliebtes geologisches Exkursionsziel.
Es gibt dort einen ausgesprochen schönen Quarzporphyr.
Außerdem kann man die fast "verdauten" Reste basaltischen Gesteins im Granit erkennen.
Diese Magmenmischung ist ein zentraler Bestandteil der Entstehung von Rapakiwigesteinen.

 
 
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Zwei Ausprägungen des dort anstehenden Gesteins stelle ich hier vor.
Zuerst einen hellen Porphyr. Dieser Quarzporphyr fällt durch besonders große Alkalifeldspäte auf. Zusätzlich enthält er dunkelroten Plagioklas, der Säume um die Einsprenglinge bildet und teilweise in selbstständigen Einzelkristallen vorkommt.
 
Die Grundmasse ist feinkörnig, rotbraun und fleckig. Wegen der nicht mehr ganz dichten Grundmasse könnte man dieses Gestein auch als Granitporphyr ansprechen. Da er aber in der Literatur als Quarzporphyr geführt wird, bleibe ich bei dieser Bezeichnung.
 
Die eingestreuten Feldpäte (Orthoklase) können bis 3 cm groß werden und haben deutliche perthitische Entmischungen. Diese durchziehen die hellen Alkalifeldspäte mit reichlich braunroten Flecken bzw. Adern. Zusätzlich gibt es dunkler gefärbte, braunrote Orthoklase, die stark zersetzt sind.
 
Die grauen bis dunkelgrauen Quarze sind überwiegend gerundet, teils zerbrochen und stark korrodiert. In den Einbuchtungen findet sich rote Grundmasse.
Die dunklen Bestandteile treten stark zurück und sind nur mikroskopisch zu bestimmen (Biotit / Hornblende / Epidot / Chlorit).
 
Handstück aus dem Anstehenden: Hammarudda, (Åland),
etwa 800 m nördlich der Küste beim Bauernhof.
Sammlung von der Heide, Hamburg.
Polierte Fläche.
 
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Quarzporphyr von Hammarudda
 
Ausschnitt:
 
Details Quarzporphyr Hammarudda
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Unterhalb noch eine weitere Probe (aus meiner Sammlung). Sie stammt als loser Stein direkt vom Uferbereich des Quarzporphyrs. Rechts von der Mitte ist ein teilweise idiomorpher Plagioklas zu sehen. Er ist dunkelbraunrot und hebt sich nur wenig von seiner Umgebung ab.
 
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Im Ausschnitt ist der Plagioklaseinsprengling in der rechten Bildhälfte zu sehen.

Zusätzlich zu den gezeigten rotbraunen Formen kommt in Hammarudda ein sehr dunkler Porphyr vor. Er ist unten abgebildet..
 

Mengenmäßig tritt er stark in den Hintergrund, trotzdem möchte ich ihn hier zeigen, da auch dieses Gestein schon im Geschiebe gefunden wurde.
 
Die braune Grundmasse ist dicht und schlierig. Sie enthält schwarze Einschlüsse sowie Erzkörner. Es ergibt sich ein auffälliger Kontrast zu den hellen Einsprenglingen bzw. den hellen Rändern um die Alkalifeldspäte.
 
Die Feldspäte treten in drei Farbvarianten auf:
- hell, fast weiß, zum Teil als Saum oder Mantel um zersetzte Kerne,
- hell-rötlich mit perthitischen Entmischungen (bis zu 2 cm groß) sowie
- dunkelbraun, vorwiegend in der Grundmasse.

 
Das Gestein enthält Pyroxen in kleinen Einschlüssen, dazu Hornblende, Chlorit, Erz und Zirkon und zusätzlich die bereits erwähnten basaltischen Fremdgesteinseinschlüsse.
(Diese Angaben stammen aus der mikroskopischen Bestimmung).
Im Bild unten ist ein solcher gerundeter Xenolith rechts unterhalb der Bildmitte als tiefschwarzer Fleck zu sehen.
 
Das Gestein stammt ebenfalls aus dem Anstehenden. Polierte Fläche.
 
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Quarzporphyr mit Pyroxen, Hammarudda
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Landschaft bei Hammarudda:
 
Unten sehen Sie den anstehenden Quarzporphyr in den beiden hier vorgestellten Formen und dazu die schwarzen Basalteinschlüsse, die weitestgehend vom Granitmagma "verdaut" wurden. Beachten sie die runden Umrisse der Xenolithe.
Was die Bilder nicht zeigen, sind die Häuser, die in Strandnähe stehen.
Der Quarzporphyr befindet sich auf Privatgrund, entsprechend zurückhaltend sollte der Besucher sein.
Der Fels, der von Wasser und Eis geformt wurde, ist für eine Probennahme selbstverständlich tabu.
Sie können die folgenden Bilder vergrößern.
 
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