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Schriftgranit / Runit:
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Kein Gestein mit spezieller Herkunft, sondern eine besondere mineralische Bildung, die durch das gleichzeitige Auskristallisieren von Alkalifeldspat und Quarz entsteht.
 
In Granitplutonen finden sich gelegentlich Bereiche, in denen die Minerale auffällig gut und groß entwickelt sind. Solche grob- bis riesenkörnigen Partien bezeichnet man als Pegmatit. Als Faustregel kann gelten, daß man ein Gestein, dessen Minerale größer als etwa 3 cm ausgebildet sind, als pegmatitisch bezeichnet.
Ein Schriftgranit ist ein Stück aus einem Pegmatit. Der Alkalifeldspat, in dem die Quarze stecken, ist in der Regel ein einziger Kristall.
Die Kristalle in Pegmatiten können mehrere Meter groß werden, in Ausnahmefällen noch viel größer.
Pegmatite bilden sich als Restprodukte beim Abkühlen von Granitmagmen, gelegentlich auch in Nephelinsyeniten. Wegen des hohen Gehaltes an Feldspäten und (meist) Quarz sind Pegmatite in aller Regel helle Gesteine.
In mafischen (basaltischen) Gesteinen sind sie ausgesprochen selten,
kommen aber auch vor.
 
Bildung der Pegmatite:
Wenn die allermeisten Minerale im Granit auskristallisiert sind, bleiben heiße, wasserreiche Schmelzen übrig. Diese enthalten neben Quarz meist noch Feldspäte (in Lösung) und viele seltene Elemente, die wegen ihrer "unpassenden" Atomdurchmesser in gewöhnliche Minerale nicht eingebaut werden.
Beim Abkühlen diese Restschmelzen können sich sehr große Kristalle bilden, die oft von seltenen Mineralen begleitet werden. Deshalb sind viele Pegmatite bergmännisch abgebaut worden.
Der Schriftgranit bildet sich bei diesem letzten Abkühlungsvorgang.
 
Da die Minerale Zeit zum langsamen Abkühlen haben, ordnen sich die Kristallgitter besonders gut. Daher sind die Alkalifeldspäte in Pegmatiten oft als Mikroklin ausgebildet. Mikroklin ist der Alkalifeldspat mit der höchsten Ordnung im Kristallgitter. Makroskopisch unterscheidet er sich nicht von anderen Feldspäten, man braucht eine Polarisationsmikroskop für die präzise Diagnose.
(Siehe auch: Einführung in die Gesteinsbestimmung)
 
Das erste abgebildete Stück ist ein Geschiebe aus der Kiesgrube in Groß Pampau (Schleswig-Holstein).
Das Handstück besteht aus einem einzigen Kalifeldspatkristall, der von Quarz in (einigermaßen) gleichmäßigen Mustern durchdrungen wird.
Die Quarze reichen senkrecht zur Schnittfläche mehrere Zentimeter weit ins Gestein. Sie bilden im Idealfall hakige, wie Schriftzeichen aussehende Formen. Daher der Name "Schriftgranit".
 
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Schriftgranit, Runit
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Unterhalb sehen Sie die idealtypische Ausprägung der Schriftgranits.
Die Quarze stecken in Blickrichtung im Alkalifeldspat.
Der quer dazu liegende Bruch erzeugt das bekannte Muster, das an Keilschrift oder Runen erinnert.
Von daher rührt auch ein anderer, etwas aus der Mode gekommener Name: "Runit".
 
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Runit, Schriftgranit
 
Dieses schöne Stück habe ich allerdings nicht selbst gefunden,
sondern schlicht gekauft.
Es stammt aus Anjanabonoina, Madagaskar.
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